Farmarbeit in Australien. Das Wort allein löst bei Backpackern entweder Begeisterung oder Panik aus. Meistens beides gleichzeitig.
Fakt ist: Wenn du ein Second Year Visum willst, brauchst du 88 Tage “specified work” in einer regionalen Zone. Und für die meisten bedeutet das Farmarbeit. Hier ist, was du wirklich erwartet.
Warum überhaupt Farmarbeit?
88 Tage Farmarbeit (oder andere qualifizierte Regional Work) sind die Voraussetzung für das Second Year Working Holiday Visum. Ohne diese Tage endet dein Visum nach 12 Monaten. Mit ihnen bekommst du 12 weitere.
Es muss nicht unbedingt Farmarbeit sein. Auch Fischerei, Forstwirtschaft, Baugewerbe oder Bush-/Katastrophenarbeit in regionalen Gebieten zählt. Aber Farmarbeit ist mit Abstand die häufigste Option.
Was dich wirklich erwartet
Bezahlung: Stundenlohn vs. Piece Rate
Stundenlohn bedeutet, du bekommst mindestens 23,23 AUD pro Stunde, egal wie viel du pflückst. Piece Rate bedeutet, du wirst pro Eimer, Kiste oder Kilo bezahlt. Bei Piece Rate verdienen erfahrene Pflücker mehr, Anfänger oft weniger als den Mindestlohn.
Piece Rate kann ein gutes Geschäft sein, wenn du schnell bist. Es kann aber auch bedeuten, dass du 8 Stunden in der Sonne stehst und am Ende 80 Dollar verdient hast. Frag vorher immer, wie die Bezahlung läuft.
Working Hostels
Viele Farms arbeiten mit Working Hostels zusammen. Du wohnst im Hostel, bezahlst Miete (oft 150 bis 200 AUD pro Woche) und wirst morgens zur Farm gefahren. Manche sind gut organisiert, manche sind reine Abzocke. Recherchiere vorher auf Facebook-Gruppen und harvest.gov.au.
Der Alltag
Früh aufstehen (5 bis 6 Uhr). Körperliche Arbeit (Pflücken, Pflanzen, Sortieren). Hitze oder Kälte, je nach Region und Jahreszeit. Dann zurück ins Hostel, kochen, schlafen, wiederholen. Es ist nicht glamourös. Aber es ist auch nicht schlimm, wenn du weißt, worauf du dich einlässt.
Die besten Regionen
- Queensland (QLD): Bundaberg, Bowen, Cairns Region. Ganzjährig Arbeit, besonders Gemüse und Zuckerrohr.
- Victoria (VIC): Mildura, Shepparton. Obsternte von Januar bis April.
- South Australia (SA): Barossa Valley, Riverland. Weinlese Februar bis April.
- Western Australia (WA): Carnarvon, Kununurra. Weniger Backpacker, oft bessere Bezahlung.
Die offizielle Seite harvest.gov.au zeigt dir, wo gerade geerntet wird und welche Regionen Arbeiter suchen. Nutz das als Ausgangspunkt.
Was ich dir empfehle
- Mach es früh. Erledige die 88 Tage in den ersten Monaten, dann hast du den Rest des Jahres frei.
- Verlange immer einen Vertrag. Kein Vertrag, keine Arbeit. Das schützt dich und deine Visa-Tage.
- Achte auf Red Flags: Kein ABN (Australian Business Number), keine Payslips, unrealistische Versprechen. Finger weg.
- Speichere alles. Payslips, Arbeitsvertrag, Fotos von der Farm. Du brauchst das für deinen Visa-Antrag.
Farmarbeit ist kein Traumjob. Aber es ist der Schlüssel zu einem zweiten Jahr in Australien. Und die Leute, die du dabei triffst, werden oft zu deinen engsten Reisefreunden.
Lies den kompletten Guide zum Second Year Visum, damit du genau weißt, welche Arbeit zählt und was du dokumentieren musst.
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Content Creatorin und Online Marketing Managerin. Seit mehreren Jahren zwischen Australien und Südostasien unterwegs. Gründerin von PackPlanGo.