Auf Instagram siehst du den Laptop am Pool und denkst: "Das kann ich mir nicht leisten." Auf LinkedIn siehst du die Nomad-Content-Creator, die von 500 Euro im Monat in Bali träumen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Lass uns konkret werden. Mit echten Zahlen. Ohne Romantik.
Unterkunft: Wo das meiste Geld geht
Die größte Budget-Variable ist fast immer die Unterkunft. Und hier liegst du zwischen "Hostel-Bett" und "eigene Wohnung" weit auseinander.
| Unterkunft | Thailand | Bali | Vietnam |
|---|---|---|---|
| Hostel-Bett (Monat) | 150–250 € | 150–300 € | 100–200 € |
| Privatzimmer/Budget | 250–450 € | 300–500 € | 150–350 € |
| Eigene Wohnung (Studio) | 350–700 € | 500–1.000 € | 300–600 € |
Die eigene Wohnung klingt teurer, ist es auf den Monat gerechnet aber oft nicht, wenn du Hostel-Preise plus Verpflegung und keine eigene Küche vergleichst. Ab einem Aufenthalt von mehr als 6 Wochen lohnt sich die Wohnung fast immer.
Auf Airbnb und Booking.com zu buchen ist teuer. Direkt vor Ort suchen oder Facebook Marketplace (lokal) nutzen spart 30 bis 50% auf die Monatsmiete. Das Hostel für die erste Woche, danach selbst suchen.
Essen: Der fairste Vergleich überhaupt
Wenn du lokales Essen isst: 5 bis 15 Euro pro Tag, manchmal weniger. Streetfood in Bangkok: 1 bis 3 Euro pro Gericht. Pho in Hanoi: unter 2 Euro. Nasi Goreng in Bali: 2 bis 4 Euro.
Wenn du westliches Essen isst: 20 bis 40 Euro pro Tag. Das entspricht zuhause. Avocado Toast in Canggu: 8 bis 12 Euro. Craft Bier: 4 bis 7 Euro.
Die meisten Nomads landen bei 200 bis 400 Euro pro Monat für Essen und Kaffee, wenn sie einen Mix aus lokal und gelegentlich westlich machen. Das ist fair eingerechnet.
Wer sagt, er lebt von 300 Euro im Monat auf Bali, isst entweder nur an Warung-Ständen oder lügt über seine Kosten. 600 bis 800 Euro Minimum für eine realistische Erfahrung in Bali ist ehrlicher.
Versteckte Kosten, die niemand nennt
Das sind die Ausgaben, die Budget-Kalkulationen immer unterschlagen:
- Auslandskrankenversicherung: 30 bis 80 Euro/Monat. Nicht optional.
- Visa-Kosten und Runs: 0 bis 200 Euro, je nach Land und Aufenthaltsdauer.
- Auslands-Überweisungsgebühren: 10 bis 30 Euro/Monat ohne Wise oder Revolut. Mit Wise: fast 0.
- Gepäck-Übergewicht und Inlandsflüge: 50 bis 150 Euro pro Monat für Vielreisende.
- Unerwartetes: Arztbesuch, kaputtes Gerät, Buchung storniert. Plane 100 Euro Puffer ein.
- Aktivitäten und Ausflüge: Tagestrip, Tempel, Tauchen. 50 bis 300 Euro, je nach Lifestyle.
Ländervergleich auf einen Blick
| Land | Budget/Monat | Besonderheit |
|---|---|---|
| Vietnam | 600–1.000 € | Günstigstes Land, schlechte Visa für Langzeit |
| Thailand | 800–1.500 € | Beste Infrastruktur, größte Nomad-Community |
| Bali (Indonesien) | 800–1.600 € | Vibe unschlagbar, Visa complex |
| Kambodscha | 600–1.000 € | Günstig, Dollar akzeptiert, weniger Community |
| Malaysia | 900–1.500 € | Kuala Lumpur: günstig + modern, unterschätzt |
| Philippinen | 700–1.200 € | Englisch überall, gute Inseln, Internet variabel |
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Was brauchst du wirklich?
Kurze Antwort: 1.000 bis 1.500 Euro im Monat sind in Thailand oder Bali der Sweet Spot für ein komfortables Leben mit Coworking, eigener Unterkunft, gutem Essen und Freizeit. Weniger geht, aber dann beginnen Kompromisse, die auf Dauer Energie kosten.
Mehr als 2.000 Euro im Monat in SEA auszugeben ist sehr gut möglich, wenn du weiterhin gerne surfst, tauchst und entspannt durch die Region reist. Aber um gut zu leben, brauchst du das nicht.
Das Schönste an SEA ist: Du bekommst für weniger Geld mehr Lebensqualität als irgendwo in Deutschland. Und das ist kein Klischee, das ist Arithmetik.
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Content Creatorin und Online Marketing Managerin. Seit mehreren Jahren zwischen Australien und Südostasien unterwegs. Gründerin von PackPlanGo.